Zukunft der Arbeit: Wie die Digitalisierung die Logistik verändert

In der Logistik war die Digitalisierungsfortschritt in den letzten Jahrzehnten deutlicher als in anderen Branchen zu beobachten: Robotersysteme, die im Lager kommissionieren, digitale Sendungsverfolgung von Online-Paketen, kurze Lieferzeiten dank RFID-Chips – selbst für Außenstehende sind diese Entwicklung bemerkbar. Doch wie beeinflusst die digitale Transformation die Logistik- und Transportbranche, mit mehr als drei Millionen Beschäftigten ist sie der drittgrößte Wirtschaftsbereich Deutschlands?

Güter lagern, kommissionieren, sortieren, verpacken und verteilen. Bisher werden 29 Prozent dieser Aufgaben von Maschinen erledigt. In acht Jahren, bis 2030, sollen es rund 35 Prozent sein. Die Corona-Krise hat den Digitalisierungsprozess zwar wie ein Katalysator beschleunigt, doch die gesamte digitale Transformation wird sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken, darin sind sich Konzerne und Marktexperten einig.

Logistik bleibt „people business”

Die Branche gilt weiterhin als „people business“ in der ein Großteil der Wertschöpfung von Menschen erbracht wird. Dies dokumentiert auch eine Studie von DHL mit dem Thema „Future of Work in Logistics“. Dazu wurden mehr als 7.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den Bereichen Logistik und Suppy Chain befragt: Die Digitalisierung verändere zwar die Art und Weise, wie Arbeitsprozesse ablaufen, weiterhin seien dafür Menschen nötig. Und doch verändern die automatisierten Programme die Aufgaben der Beschäftigten in Betrieb und Büro. Die Herausforderungen einer nachhaltigen und digitalen Transformation formen neue Jobprofile, während andere verschwinden.

Führungskräfte müssen ihre Teams in diesen Prozess mit einbeziehen und sie aktiv an den Veränderungen teilhaben lassen. Daher sind Talent Management-Strategien wichtig, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, sie zu fördern und langfristig ans Unternehmen zu binden.

Junge Talente für die Zukunft der Logistik gewinnen

Der Eintritt junger Menschen ins Arbeitsleben, die mit dem Internet aufgewachsen sind, wird zu einem Wertewandel am Arbeitsplatz führen. Ein Beispiel:  Laut DHL-Studie sehen 50 Prozent der Babyboomer die künstliche Intelligenz und Automatisierung als potenzielle Bedrohung. Nicht so bei den Digital Natives: Ihnen ist bewusst, dass der digitale Fortschritt Beruf und Alltag verändern wird.

Die DHL-Studie spricht von „Druck für Logistikunternehmen an beiden Enden der demografischen Kurve“. Einerseits seien die Unternehmen besorgt über den Verlust an Fachwissen, den ältere Mitarbeitende aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung und Know-how aufbauten. Andererseits ist der Wunsch groß, freie Stellen mit neuen Talenten zu besetzen. Doch die Unternehmen haben Schwierigkeiten, neue Arbeits- und Fachkräfte anzuwerben und sie zu halten.

All das stellt die Personalentscheider vor eine schwierige Aufgabe. Sie müssen den Spagat schaffen, die etablierten Teammitglieder an neue Aufgaben in einem technologisiertem Umfeld heranzuführen und dabei gleichzeitig die Erwartungen der jungen Talente in Bezug auf Nachhaltigkeit, Vielfalt und Inklusion und Worklife-Balance zu erfüllen.

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